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So entstand die Parkwarte

Anfang 1904 reichte der Verschönerungsverein zu Aue ein Gesuch zum Bau einer Parkwarte mit Aussichtsturm beim Rat der Stadt Aue ein, der wie folgt antwortete :

Das vom Verschönerungsverein  zu Aue eingereichte Gesuch
wegen Ueberlassung von Grund und Boden zum Bau einer Park-
warte mit Aussichtsturm und eines Darlehns von etwa 9000 bis
10000 Mark haben die städtischen Körperschaften unter folgen-
den Bedingungen genehmigt:

   1. Der Verschönerungsverein errichtet auf diesem Platze das
      nach der eingereichten Zeichnung geplante Haus nebst
      Aussichtsturm.

   2. Das Haus muss dem öffentlichen Verkehr dienen, und darf
      nicht zu Privatzwecken verwandt werden, auch nur zur
      Ausübung von Schankwirtschaft in dem von der Polizeibe-
      hörde genehmigten Umfange benützt und ihr nach Massgabe
      der Genehmigung des Rates bewohnt werden.

   3. Der mit dem Pächter abzuschliessende Vertrag muss einer
      höchstens halbjährlichen Kündigung unterliegen und ist
      auf Verlangen des Rates aufzuheben.

   4. Die Stadtgemeinde leiht dem Verschönerungsverein ein
      Kapital von 8000 bis 10000 Mark, welches mit 3 �
      von Hundert jährlich zu verzinsen und mit 200 - 1000 M.
      jährlich zu tilgen hat, je nach Lage der obwaltenden
      Vermögensverhältnisse.

   5. Der Verschönerungsverein darf das Grundstück mit weite-
      ren Hypotheken als der der Stadtgemeinde wegen ihres Dar-
      lehns zu bestellenden nicht belasten noch dasselbe an
      eine andere Person als die Stadtgemeinde Aue in irgend
      welcher Form veräussern; vielmehr muss das Grundstück
      nebst Haus und Turm an die Stadtgemeinde zurückgegeben
      werden, wenn der Verschönerungsverein gegen eine der
      vorstehenden Regeln verstösst, seinen jetzigen Ver-
      einszweck nicht mehr erfüllt oder ändert oder sich etwa
      auflöst. In jedem dieser Fälle hat die Stadtgemeinde für
      die Erwerbung des Grundstücks nebst Haus und Turm ausser
      der Uebernahme des Restes ihrer eigenen hypothekarisch
      gesicherten Darlehnsforderung eine weitere Gegenleistung
      nicht zu gewähren.

   6. Die Stadtgemeinde Aue hat aber auch ausser den in der
      vorstehenden Ziffer 5 genannten Fällen das Recht, gegen
      Uebernahme der jeweilig noch im Rückstand befindlichen
      Darlehnsschuldsumme die Rückgabe des Grundstücks nebst
      Haus und Turm vom Verschönerungsverein zu verlangen.
      Beträgt in diesem Falle die Restschuld weniger als 4000
      Mark, so hat die Stadtgemeinde an den Verschönerungsver-
      ein den Unterschied zwischen 4000 Mark und dem noch nicht
      zurückgezahlten Darlehnsbetrage herauszuzahlen.

   7. Dem Verschönerungsverein ist es auf jeden Fall unter-
      sagt, das Haus und den Turm, welche auf dem Grundstücke
      errichtet werden, ohne Genehmigung der Stadtgemeinde ab-
      zubrechen oder Veränderungen daran vorzunehmen, welche
      deren Wert wesentlich zu verringern geeignet sind.
      Wir ersuchen Sie um Erklärung über Annahme der gestell-
      ten Bedingungen, damit wir den Vertrag anfertigen können.

D e r   R a t   d e r   S t a d t .

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